Von Jasmin Kohl

 

Donkey Monkey singt auf Englisch und Französisch, in den Titeln findet man sogar Japanisch wieder. Wie kommt diese Vielfalt zustande? 
Als Band ist es wichtig, seine eigene Identität zu finden. Da Yuko Oshima (Schlagzeugerin und Sängerin von Donkey Monkey, Anm.d.Red.) japanische Wurzeln hat, wollten wir in unserer Musik den Mix aus französischer und japanischer Kultur zeigen. Unser Album heißt daher « Hanakana », das ist Japanisch und bedeutet so viel wie « Ist das eine Blume? »

 


Inwiefern spiegelt sich dieser kulturelle Mix in eurer Musik wider?
Yuko hat ihre ersten musikalischen Erfahrungen in der japanischen Rockszene gemacht. Dieser Hintergrund vermischt sich mit japanischen Paukenklängen und dem Einfluss von japanischen Komponisten, die in Frankreich völlig unbekannt sind. Diese Elemente finden sich also auch in unseren Kompositionen wieder. Donkey Monkey verbindet Free Jazz, Electro, Pop und « jazz bon-bon ». Unsere Musik zeichnet sich durch sehr viel Freiheit und Improvisation aus und ist daher nicht klar einem Stil zuzuordnen.
Wir lassen uns auch von der Musik der amerikanischen Jazzmusikerin Carla Bley inspirieren, sogar unser Bandname zeugt von diesem Einfluss. Wir haben ihn in Anlehnung an Bleys Lied « Wrong Key Donkey » gefunden, den wir mit dem Bandnamen einer japanischen Band – « Super Junky Monkey » –  kombiniert haben. 

 

Als Solokünstlerin haben Sie bereits mit mehreren deutschen Musikern zusammengearbeitet und kennen Deutschland daher gut. Unterscheiden sich die Jazzszenen der Nachbarländer voneinander?
Für mich gibt es keinen wesentlichen Unterschied zwischen der Jazzszene in Frankreich und Deutschland. Die Tendenz zum minimalistischen, zeitgenössischen Jazz ist in beiden Ländern vorhanden. Ich habe außerdem den Eindruck, dass es deutsche Gruppen gibt, die Donkey Monkey stilistisch sehr ähnlich sind, also treffen wir in Deutschland auf ein interessiertes Publikum. Ich habe aber generell den Eindruck, dass ich in einem großen Land ohne Grenzen reise und nehme es daher manchmal gar nicht bewusst wahr, wo wir gerade auftreten. Ich bin schon immer viel gereist, habe in den USA gelebt, kenne Skandinavien gut und habe viele deutsch- und englischsprachige Freunde.

 

Festival Jazzdor Berlin
Vom 2. bis 5. Juni 2015, ab 20 Uhr
Kesselhaus in der Kulturbrauerei
Knaackstrasse 97
10435 Berlin

 


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Einen Konzertmitschnitt von Donkey Monkeys Auftritt auf der Jazzahead! 2015 finden Sie hier

 

Par Redaktion ParisBerlin le 27 mai 2015