Von Manuel Fritsch

 

Auf Ihrem neuesten Album, Doni Doni, gibt es viele afrikanische Einflüsse. Wie kam es dazu?
Das kommt ursprünglich von der Zusammenarbeit mit einer südafrikanischen Tanztruppe in Johannisburg. Man hatte mir vorgeschlagen, etwas in Südafrika auf die Beine zu stellen und da ich noch nie etwas mit Tanz gemacht habe, dachte ich, das wäre eine gute Gelegenheit und habe schnell eine Tanzkompanie gefunden, die mir gefiel. Mit ihnen haben wir dann ein gut einstündiges Programm erarbeitet, Kudu, mit dem wir erst in Südafrika und dann in Frankreich unterwegs waren. Zehn Tänzer waren daran beteiligt, Vertreter sowohl von zeitgenössischem als auch von afrikanischem Tanz.

 

Für die CD haben Sie mit zwei Sägern zusammengearbeitet: Rokia Traoré und Oxmo Puccino. Eine Sängerin, die in der westafrikanischen Sprache Bambara singt und ein französischer Rapper. Ist es nicht schwierig zwei so unterschiedliche Künstler auf einem Album zu vereinigen?
Die Arbeit mit ihnen ist nicht schwierig, im Gegenteil. Schwierig ist, sie dann im Album einzubauen. Daher haben wir Oxmo Puccino ans Ende gelegt. Auf den Alben, die wir bisher gemacht haben, haben wir mit sehr vielen verschiedenen Musikern zusammengearbeitet, das erlaubt uns viele verschiedene Blickwinkel. Klar kann das manchmal die Einheit eines Albums gefährden, aber Massive Attack beispielsweise haben auch immer viele verschiedene Sänger und das funktioniert doch sehr gut. Das ist wie in der Küche: eine Frage der Dosierung.

 

Mit Traoré haben Sie auch eine Vertreterin moderner Musik aus Mali auf dem Album.
Nein, mit Traoré spielen wir unsere Musik und sie legt Ihre Stimme darüber. Aber das ist keine malische Musik. Auch wenn das Piano ein wenig den Sound einer Kora nachahmt, es bleibt dennoch unsere Musik. Das, was den afrikanischen Klang ausmacht, ist einfach ihre Stimme.

 

Sind die Texte, die sie auf Bambara singt, von ihr?
Die Sänger, die wir einladen, schreiben ihre Texte immer selbst. Ich schaue sie dann an, um zu sehen, ob sie passen. Jemand, der Elogen auf Diktatoren schreibt, das wäre natürlich nicht möglich. Traoré singt viel über die Situation der Menschen, der Menschheit. Das Stück Seydou ist eine Hommage an ihren Sohn und das dritte ist ein traditionelles Schlaflied. Die Texte sind aber auch übersetzt im Booklet.

 

In Ihrer Musik lassen sich viele verschiedene Einflüsse ausmachen. Wo würden Sie sich selbst einordnen?
Von der Form her machen wir eher Instrumental Pop, aber die Grundlage ist Jazz, da wir viel improvisieren. Die Rhythmen kommen eher aus dem Instrumental Pop.


Ihre Tour wird Sie auch durch Deutschland führen. Spielen Sie gerne dort?
Das Publikum in Deutschland ist sehr gut. Es ist sehr gebildet, antwortet sehr gut auf die Musik und es hört gut zu. Es hat im Allgemeinen eine gute Dynamik.


Ist es anders als beispielsweise in Frankreich?
Das ist schwer zu sagen. Das Publikum hängt doch eher von den Orten ab, an denen wir spielen als von der Nationalität. Was ich allerdings sagen kann ist, dass das deutsche Publikum immer gut reagiert. Wenn es eine Pause gibt, dann sind sie still und wenn man reagieren sollte, dann reagieren sie. Es ist einfach perfekt. Aber es hängt auch von den Räumen ab. Es gibt in Berlin Hallen, die sind, wenn ich dort spiele, nicht so aufmerksam wie ein Jazzclub in München. Es ist eben ein anderes Publikum. Die Räume haben wirklich einen Einfluss auf das Alter des Publikums und auf sein Verhalten. Aber ich mag auch das Pop-Publikum gerne. Ich mag gerne Räume ohne Bestuhlung.


Dennoch spielt auch Stille eine große Rolle in Ihrer Musik.
Ja, die Pausen, die Stille sind ist wichtig. Denn das erlaubt erst den Dialog mit dem Publikum und mit der Musik. Das ist genauso wenn man redet. Jetzt rede ich die ganze Zeit, Sie stellen Fragen und es gibt keine Stille mehr.

Das Album Doni Doni ist am 15. Januar erschienen.

 


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Par Redaktion ParisBerlin le 4 février 2016