« 2016 war ein aufregendes Jahr für den deutschen Film im Ausland », sagt Mariette Rissenbeek, Leiterin von German Films. Doch 2017 werde sogar noch aufregender. Schon zum 22. Mal bringt German Films, das sich für die internationale Förderung deutscher Filme engagiert, das Festival du Cinéma Allemand in die französische Hauptstadt. Seit mehreren Jahren findet das Festival traditionell im Cinéma l’Arlequin, einem kleinen, 1930 gegründeten Kino im 6. Arrondissement statt.
Insgesamt 29 Filme stehen dieses Jahr während des siebentätigen Festivals auf dem Programm. Eröffnet wird das Festival am Mittwoch, den 4. Oktober mit dem Drama Drei Zinnen, in Anwesenheit des Regisseurs Jan Zabeil und des Hauptdarstellers Alexander Fehling. Drei Zinnen – der kürzlich auf dem Festival de Locarno mit dem Variety Piazza Grande Preis ausgezeichnet wurde – erzählt von einem Mann, der auf einer Reise in die italienischen Dolomiten die Zuneigung des Sohnes seiner Freundin gewinnen möchte. Stattdessen allerdings einen gefährlichen Machtkampf auslöst.
The blood we saw @ DR

Ein weiteres Highlight des Festivals: Der ebenso brandneue Film Der Hauptmann von Robert Schwentke, der seine Weltpremiere dieses Jahr auf dem Toronto International Film Festival feierte. Wie dieser Historienfilm, der Ende des Zweiten Weltkrieges spielt, behandeln auch In Zeiten des abnehmenden Lichts und Nebel im August Aspekte der deutschen Geschichte.

Am Montag, den 9. Oktober legt das Festival einen Schwerpunkt auf Kurzfilme. Das Programm « Next Generation Short Tiger 2017 » stellt Filme junger Talente deutscher Filmhochschulen sowie ausgezeichnete Kurzfilme von weniger als fünf Minuten vor. Darunter ist zum Beispiel The Blood we saw, der den Alltag einer Flüchtlingsgruppe in einer Transitzone, zwischen Einsamkeit, Angst und Hoffnung zeigt. Oder Herr und Frau Müller, der die Geschichte eines seit über 45 Jahren verheirateten Paares erzählt, das sich trotz des schweren gesundheitlichen Schicksals des Ehemannes nicht von seinem Glück abbringen lässt.

Der traumhafte Weg © Filmgalerie 451

In Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut werden dieses Jahr außerdem drei Filme des Kameramanns Reinhold Vorschneider vorgestellt: Die Lügen der Sieger, Der Räuber (ausgezeichnet mit dem Deutschen Filmpreis in der Kategorie Beste Kamera/Bildgestaltung) und Der traumhafte Weg. Das Goethe-Institut wählt jedes Jahr einen bestimmten Fokus für seinen Filmzyklus aus. 2016 legte es einen Schwerpunkt auf den Produzenten, dieses Jahr widmet es sich dem Kameramann –  ein noch häufig ignoriertes Metier, wenn vom Kino die Rede ist.

Das Festival endet am Dienstag, den 10. Oktober mit einem « Ciné-concert » in Form des Stummfilmklassikers Varieté von Ewald André Dupont, musikalisch begleitet mit Klavier und Schlagzeug.

 

 

Festival du Cinéma Allemand, vom 4. bis zum 10. Oktober 2017 im Cinéma l’Arlequin, 76 rue de Rennes, 75006 Paris. www.festivalcineallemand.com.

Par Redaktion ParisBerlin le 26 septembre 2017