Die meisten kennen sie durch ihre monumentalen Riesenspinnen aus Bronze. Die 1911 in Paris geborene Französin Louise Bourgeois zählt zu den größten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Das Münchner Haus der Kunst widmet ihr bis zum 02. August 2015 eine Ausstellung – die bisher größte ihrer späten Installationen – die mithilfe von ihren langjährigen Assistenten Jerry Gorovoy erstellt wurde.

Die Münchner Ausstellung besteht aus 30 « Zellen », die Rauminstallationen an denen Bourgeois erst ab 1991 im Alter von 80 Jahren und bis zu ihrem Tod 2010 arbeitete. Jede dieser intimen Kammern stellt ein Thema und eine Atmosphäre dar. Sie vermitteln den Besuchern die existentielle Gefühle der Künstlerin wie Angst, Einsamkeit, Hass, Eifersucht und Verletzlichkeit und bilden somit eine emotionell geladene Erfahrung. Wie Wunderkammer enthalten sie sowohl Möbel als auch Kleidungsstücke, Skulpturen, halb leeren Parfümflakons von Guerlain und weitere Alltagsgegenstände.

Mit der Zelle « Spider » (1997) kommt das im Werk der Künstlerin wiederkehrenden Muster der Spinne im Vordergrund. Die Spinne symbolisiert Bourgeois eigene Mutter, die als Restauratorin von Tapisserien arbeitete und steht für Klugheit, Geduld, Nützlichkeit und Raffinesse. Ihre bekannte Bronzeskulptur einer Riesenspinne nannte sie demzufolge « Maman ». Die im Werk der Künstlerin zahlreichen Anspielungen auf Sex und Geschlecht finden insbesondere ihren Ausdruck in der abstrakten rosafarbenen Kunststoffskulptur, die Teil der Installation « In and out » (1995) ist.

Der Sinn dieser Rauminstallationen könnten mit einem Zitat der Künstlerin selbst beleuchtet werden: « Was meinem Körper widerfährt, muss eine formal abstrakte Gestalt erhalten ». Doch um das selbst zu erleben, ist die Ausstellung den Umweg wert.

Louise Bourgeois – Strukturen des Daseins: die Zellen
Vom 27.02.15 bis zum 02.08.15
Haus der Kunst
Prinzregentenstr.1

80538 München

 

Par Redaktion ParisBerlin le 18 mars 2015