Von Nina Kugler

 

Wer in Paris eine typisch deutsche Currywurst essen will, der hat es nicht leicht. In nur wenigen Bars, wie  dem Kiez Biergarten, dem Tante-Emma-Laden oder der Udo-Bar, findet sich diese Köstlichkeit. Eine besonders originelle Idee hat sich darüber hinaus noch Jérôme Perrin-Bequart einfallen lassen: aus seinem VW-Bulli raus, Baujahr ca. 1960, verkauft er Berliner Currywurst in Paris. Dabei will er den Franzosen aber nicht nur den deutschen Klassiker näher bringen, auch allgemein soll die in Frankreich bisher noch eher unbekannte deutsche Küche, im Land der Croissants und Coq au vins Einzug halten. So schreckt er Beispielsweise auch vor « exotischen » Kombinationen wie Currywurst auf Apfel-Rotkraut nicht zurück – überraschend lecker!
Die Idee, seine Gerichte aus einem VW-Bulli raus zu verkaufen, entstand eher unfreiwillig: für ein eigenes Ladenlokal fehlt bislang noch das nötige Kleingeld. Und so hat Perrin-Bequart aus der Not eine Tugend gemacht und seinen Klientenkreis damit gleich noch vergrössert. « Oft bin ich bei Oldtimer-Treffen zu finden. Mein Bulli allein ist da schon eine Augenweide, aber mit der Currywurst dazu bin ich eine richtige Attraktion », lacht er. 


Die Mutter von Perrin-Bequart ist Deutsche, besser gesagt: Berlinerin. « Jedes Jahr zu Weihnachten fuhren wir zu Oma und Opa nach West-Berlin », erzählt er. Durch seine Mutter hat er also nicht nur Deutschland und Berlin kennen gelernt, auch das Kochen brachte sie ihm bei – besass sie doch ein eigenes Restaurant in der Bourgogne. Dort wurden allerdings ausschließlich französische Gerichte serviert. « Die Currywurst bedeutet für mich auch ein Stück Kindheitserinnerung », schwärmt Perrin-Bequart. Und obwohl er keine Doppelstaatsangehörigkeit besitzt und auch nicht mehr besonders häufig in Deutschland ist, fühlt er sich dennoch ganz besonders Berlin zugehörig. Der Ur-Streit, ob die Currywurst nun aus Hamburg oder Berlin stammt, ist ihm recht egal. « Zu welcher deutschen Stadt passt die Currywurst denn besser als zu Berlin? » fragt er lachend. 


Für die Weihnachtszeit hatte sich Perrin-Bequart gemeinsam mit der Berliner Kantine einen Stand auf dem Marché de Noël de Montparnasse angemietet. « Wir haben ja beide das gleiche Ziel – die Currywurst in Frankreich zu etablieren. Dann arbeiten wir auch lieber zusammen als gegeneinander », erklärt er den kurzzeitigen Zusammenschluss. Sein erklärtes Ziel ist es aber, einmal ein eigenes deutsches Restaurant in Paris zu eröffnen. « Das ist mehr als nur ein Traum, darauf arbeite ich tagtäglich hin », erklärt Perrin-Bequart. Für einen Traum ist dennoch Platz: zu diesem deutschen Restaurant in Paris ein französisches Pendant in Berlin zu eröffnen.

Une Currywurst Paris-Berlin
www.curry-wurst.fr 

 

Par Redaktion ParisBerlin le 13 février 2015