Von Manuel Fritsch

 

 

Alle reden über Streamingdienste. Die Zukunft liege im Internet. Kino und Videotheken hätten sowieso schon verloren. Während Netflix und nun auch Amazon sich im WorldWideWeb in Stellung bringen und sich mit den Tücken des Internets herumschlagen, hat sich in Frankreich in den letzten Jahren ein feines kleines Festival entwickelt, das den Internetriesen vormacht, wie qualitatives Onlinekino gehen kann.

 

Seit 2011 zeigt das myFrenchFilmFestival ausgewählte französische Produktionen. Der Organisator UniFrance, der für den Vertrieb französischer Produktionen im Ausland zuständig ist, möchte damit das zeitgenössische französische Kino weltweit bekannter machen. Ab dem 18. Januar stehen einen Monat lang elf Kurz- und 12 Langfilme auf dem Programm, dazu kommen drei Dokumentationen. Die Filme sind in verschiedenen Kulturzentren und auf Flügen mehrerer Airlines zu sehen, doch hauptsächlich spielt sich das Festival online ab.

 

Auf der Seite myfrenchfilmfestival.com und auf über 30 Partnerplattformen wie itunes, google+ oder amazon können alle Filme von überall auf der Welt gestreamt werden. Im letzten Jahr hat das Festival damit eine Million Zuschauer in über 200 Ländern erreicht.

 

Die Kurzfilme sind kostenlos, die Langfilme sind es in einem Großteil der Welt – leider nicht in Deutschland, wo sehr moderate Streamingpreise gezahlt werden müssen. Einen Spielfilm gibt es für 1,99 Euro, das ganze Festivalpaket kostet 5,99 Euro. Auch dieses Jahr wieder können die Zuschauer die Filme direkt auf der Seite bewerten und somit den Gewinner des Publikumspreises auswählen. Ein zweiter Preis wird von einer Jury aus fünf international bekannten Filmemachern vergeben, für den internationalen Pressepreis kommen Journalisten aus verschiedenen nicht-französischen Zeitungen zusammen.

 

Über die genaue Zusammensetzung der Jurys wie über das Programm schweigen sich die Organisatoren allerdings noch aus – wie sie sich auch sonst mit dem Nimbus des Geheimnisvollen umgeben. « Da die Filme international nicht bekannt sind, würde es niemandem etwas sagen, wenn wir Ihnen die Filmtitel jetzt schon nennen würden », so der Festivaldirektor Jean-Rémi Ducourtioux. « Aber wir vertrauen auf die Qualität unserer Filme und der Jury. Wir haben fünf sehr gute und international bekannte Regisseure für die Jury gewinnen können. Also dachten wir uns, wir gehen das Risiko ein und geben nichts vorher bekannt. Die Leute sollen neugierig sein, mehr erfahren wollen. »

 

Einzelheiten werden also erst am 17. Januar auf der großen Eröffnungsveranstaltung am Abend vor dem Festivalstart am Fuß des Eiffelturms bekanntgegeben. Für alle, die es nicht so lange aushalten, haben die Veranstalter angekündigt, peu à peu Indizien auf der Homepage zu veröffentlichen, die den schlimmsten Wissensdurst stillen sollen. Bis zur vollständigen Auflösung der Rätsel um die Jurys und Filme wird man dennoch noch ein wenig Geduld haben müssen.

GEWINNSPIEL
ParisBerlin verlost zehn Zugangscodes für das Festival. Um teilzunehmen, beantworten Sie einfach die folgende Frage bis zum 17. Januar per Mail an berlin1@parisberlinmag.com (Betreff: MyFrenchFilmFestival):
Zum wievielten Mal findet das myFrenchFilmFestival in diesem Jahr statt?

Par Redaktion ParisBerlin le 13 janvier 2016