Von Hannah Volland

 

Das Lektorenprogramm FranceMobil existiert seit dem Jahr 2002 und entsendet jährlich zwölf junge Französinnen und Franzosen in unterschiedliche Bundesländer Deutschlands. Ausgestattet mit einem Renault Kangoo und reichlich Material zu Frankreichs Kultur und Sprache reisen diese dann ein Jahr lang durch das Land. Ihr Weg führt sie vor allem in Gymnasien, und dort insbesondere in die Klassen, die kurz vor der Wahl einer Fremdsprache stehen. Doch auch Einrichtungen anderer Schulformen, wie beispielsweise berufliche Schulen, sind ein willkommener Anfahrtsort.

 

Durch die Initiative des  Deutsch-Französischen Jugendwerks, des Institut Français Deutschlands und der Robert-Bosch-Stiftung sollen deutsche Schüler ermutigt werden, im Gymnasium wieder mehr Französisch zu lernen. Denn wie Nathalie Guegnard, Zuständige für Bildung und Sprache in der Französischen Botschaft Berlin, mit Bedauern feststellt, sinken die Zahlen der Schüler, die sich für Französisch als Fremdsprache entscheiden stetig. Aus diesem Grund stellt FranceMobil gerade heute, 15 Jahre nach seiner Gründung, eine wichtige Notbremse dar, die dieser Entwicklung entgegen wirkt. Denn etwa 80 000 Schüler erleben jährlich mit den Lektoren und Lektorinnen eine spielerisch-interaktive Animation, die ganz speziell auf ihre eigenen Interessen und Leidenschaften zielt, und die Fremdsprache so einmal auf eine ganz andere Art und Weise präsentiert.

 

Die Reaktionen der Schüler bestätigen das Erfolgsrezept, denn sie zeigen sich begeistert von den interaktiven Methoden der Lektorinnen und Lektoren. So berichtet der Fünftklässler Frederik dem Deutsch-Französischen Jugendwerk: »Ich fand es toll. Mir hat gefallen, dass wir nur auf Französisch geredet haben. Auch wenn ich nicht alles verstanden habe, wusste ich immer, worum es ging. Ich finde es cool, dass wir schon so viel verstehen und möchte unbedingt noch viele französische Wörter lernen! » Solche Rückmeldungen geben Hoffnung, dass Programme wie FranceMobil dazu beitragen können, die französische Sprache und Kultur in Deutschland für die Jugendlichen wieder attraktiver zu machen.

 

Für Europa sind Programme wie dieses unersetzlich. Denn nur mit einer innovativen und starken Bildungspolitik kann neuer Schwung in die Dynamik der europäischen Beziehungen gebracht werden. Gerade für das deutsch-französische Tandem bleibt Bildung eines der Themen, die das Fundament der diplomatischen Beziehungen und somit auch des gegenseitigen Verständnisses bilden. Und so gibt die Ankündigung des französischen Präsidenten Macron, in Frankreich wieder die bilingualen Klassen einzuführen, einen wichtigen Hoffnungsschimmer für die Zukunft der deutsch-französischen Beziehungen. Für Nathalie Guegnard ist diese Hoffnung eine Notwendigkeit, denn ohne eine solide Beziehung zwischen Deutschland und Frankreich könne die europäische Union nicht bestehen.

 

FranceMobil ist insofern eines der Exzellenzbeispiele für die deutsch-französische Kooperation, die nicht nur auf politischer Ebene stattfindet, sondern auch maßgeblich von kulturellen und wirtschaftlichen Institutionen beider Länder gestützt und gefördert wird.

 

Das deutsche Pendant des Programms nennt sich mobiklasse.de und steht, genau wie FranceMobil, unter der Leitung des Deutsch-Französischen Jugendwerkes.

 

Wer mehr über die Lektorenprogramme und deren Inhalt erfahren möchte, kann hier den Erfahrungsbericht der deutschen mobiklasse.de-Lektorin Alina Wieneke lesen. 

Par Redaktion ParisBerlin le 10 juillet 2017